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Chronik

Chronik

Die wechselvolle Geschichte der Stadt Oppenheim hat Bewohner und die Menschen darüber hinaus immer wieder beschäftigt. Zum 800. Jahrestag der Stadtgründung hat der Oppenheimer Geschichtsverein einen neuen Blick auf vielfältige Facetten geworfen. Die Stadtgeschichte Oppenheim am Rhein – Menschen, Ereignisse und Bauten spannt den Bogen von den frühesten Anfängen bis zur Gegenwart. Die umfassende Monografie mit 304 Seiten und 265 Illustrationen ist im Buchhandel oder über den Nünnerich-Asmus-Verlag in Oppenheim zum Preis von 29,90 Euro erhältlich.

Ausführliche Informationen zur Oppenheimer Geschichte finden sich auch bei regionalgeschichte.net.

Chronik der Stadt:

765 – In einer Urkunde, dem Lorscher Codex wird Oppenheim zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Beurkundet wurde die Schenkung eines Weinbergs an das Kloster Lorsch. Der Ortsname leitet sich ab vom Heim des Obbo, einem fränkischen Grundbesitzer auf dem Gebiet der ehemaligen römischen Siedlung Buconica.

864/65 – Der Lorscher Abt Thiotroch lässt zu Beginn seiner Amtszeit an Stelle der bisherigen Holzkirche eine Kirche aus Stein errichten, die dem Hl. Sebastian geweiht wird. Die Kirche untersteht dem Bistum Worms.

1008 – Der ostfränkische König und spätere Kaiser Heinrich II. erteilt dem Kloster Lorsch die Erlaubnis, in Oppenheim einen Wochenmarkt einzurichten.

1073 – Der König und spätere Kaiser Heinrich IV. lädt zu einem Hoftag nach Oppenheim ein.

1116 – Herzog Friedrich II. von Schwaben lässt als Reichsverweser in Oppenheim eine Burg erbauen.

1118 – Im Konflikt mit der Reichsgewalt und im Ringen um die regionale Vorherrschaft überfallen Ritter des Mainzer Erzbischofs Adalbert Oppenheim, zerstören die Burg und brennen den Ort nieder. Dabei kommen vermutlich Hunderte von Bewohnern ums Leben.

30.1.1147 – Aus wirtschaftlichen Gründen übergibt das Kloster Lorsch Oppenheim an das Reich und dem staufischen König Konrad III.

1218 – Der Marktflecken Oppenheim erhält von Kaiser Friedrich II. das Privileg einer eigenen Gerichtsbarkeit.

1226 – Kaiser Friedrich II. gewährt Rittern und Bürgern von Oppenheim Steuerfreiheit, damit sie eine Stadtmauer errichten. Er bestätigt den 18 Tage dauernden Markt zum Martinstag und bestätigt die Grenzen der zuvor vom Kölner Erzbischof Engelbert festgelegten Bannmeile. Die Erhebung zur Stadt erfolgte vermutlich bereits zwischen 1220 und 1225. In dieser Zeit beginnt auch der Bau der Katharinenkirche. Gleichzeitig mit dem Bau der Stadtmauer beginnt der Bau einer Reichsburg, die 1244 erstmals erwähnt wird.

1228 – Das Kloster Eberbach beteiligt sich am Bau der Stadtmauer.

1232/33 – An der Nordostecke der Stadtmauer, damals in unmittelbarer Nähe zum Rhein, wird eine Zollstätte eingerichtet.

1234 – Konig Heinrich VII. erteilt Oppenheim die gleichen Rechte wie Frankfurt.

1254 – Oppenheim tritt dem Rheinischen Städtebund bei.

1255 – Oppenheim erhält das Münzrecht; Münzen werden bis 1436 geschlagen.

1257 – Im Konflikt zwischen Bürgerschaft und Rittern wird die Burg gestürmt.

1258 – Die bisherige Filialkirche St. Sebastian wird zur Pfarrkirche erhoben, sie liegt auf dem Gebiet des Bistums Worms. Der Mainzer Erzbischof Gerhard erhebt die Katharinenkirche zur Pfarrkirche der Oppenheimer Neustadt.

1259 – Die Bürgerschaft erhält das Recht an der Mitwirkung im Stadtrat; dieser soll von jeweils 16 Adligen und Bürgern gebildet werden.

1266 – Erstmals erwähnt wird das Heilig-Geist-Hospital in der Nähe des Rheintors.

1275 – Die Bürgerschaft erstürmt die Burg ein zweites Mal. Diese wird auf Veranlassung des Königs Rudolf bis 1281/82 neu errichtet.

1315 – König Ludwig IV. verpfändet Oppenheim (zusammen mit Odernheim, Schwabsburg, Nierstein, Ober- und Niederingelheim) an den Mainzer Erzbischof Peter von Aspelt. Das Erzbistum baut die Katharinenkirche weiter aus.

1318 – Erstmals erwähnt wird das Franziskanerkloster – gegründet wurde es vermutlich bereits um 1250

1330 – König Ludwig IV. stellt die Bürgerschaft im Rat dem Stadtadel gleich, als Vorsteher des Rats wird erstmals ein Bürgermeister genannt. Auch werden die Zünfte offiziell anerkannt. Sichtbarer Ausdruck der gewachsenen Stellung der Bürgerschaft ist das als Ratsrose bekannte Glasfenster in der Katharinenkirche mit den Wappen von 16 bürgerlichen und 16 adligen im Rat vertretenen Familien.

1353 – der Mainzer Erzbischof Gerlach von Nassau gibt Oppenheim an das Reich zurück. Danach folgen in raschem Wechsel weitere Verpfändungen.

1375 – Kaiser Karl IV. verpfändet Oppenheim an den Pfälzer Kurfürsten Ruprecht I.

1398 – König Wenzel spricht Ruprecht III. und dem Haus Wittelsbach die Erblichkeit der Oppenheimer Pfandschaft zu. Damit verliert Oppenheim endgültig seinen Status als freie Reichsstadt.

1469 – Nach einer Visitation wird im Franziskanerkloster die Observanz, die Einhaltung der strengen Armutsregeln von Franziskus, erzwungen. Die meisten Immobilien im Besitz des Klosters werden dem Hospital übergeben.

1472 – Kurfürst Friedrich I. teilt die Kurpfalz in 18 Ämter auf, Oppenheim wird Sitz des gleichnamigen Oberamts.

1494 – Der Drucker und Verleger Jakob Köbel übernimmt das Amt des Oppenheimer Stadtschreibers.

1521 – Auf dem Weg zum Reichstag in Worms macht der Reformator Martin Luther Station in Oppenheim.

1546 – Kurfürst Ludwig V. entscheidet, dass die Zahl von jeweils 16 Bürgern und Adligen im Stadtrat auf jeweils 11 verringert wird.

1556 – Kurfürst Ottheinrich ordnet mit einem Erlass für alle Untertanen die lutherische Konfession an.

1557 – Der Stadtrat stimmt gegen die Annahme der lutherischen Kirchenordnung. Kurfürst Ottheinrich besteht jedoch auf der Anstellung lutherischer Prediger.

1561 – Auf Veranlassung des Stadtrats verlassen die franziskanischen Mönche ihr Kloster.

1565 – Kurfürst Friedrich III. kommt nach Oppenheim und erzwingt die Annahme der reformierten (calvinistischen) Konfession.

1609 – Kurfürst Friedrich IV. gewährt französischen und niederländischen Glaubensflüchtlingen die Ansiedlung in Oppenheim.

1620 – Spanische Truppen besetzen Oppenheim im Dreißigjährigen Krieg. Franziskanermönche kehren in ihr Kloster zurück.

1621 – Plündernde Soldaten lösen einen verheerenden Stadtbrand aus.

1631 – Schwedische Truppen beenden die spanische Besetzung.

1634 – Oppenheim wird erneut spanisch besetzt.

1648 – Im Westfälischen Frieden gibt es eine Sonderregelung für Oppenheim, wonach die Konfessionsverhältnisse von 1624 wiederhergestellt werden sollen.

1666 – Oppenheim wird zum letzten Mal von einer Pestepidemie heimgesucht.

1673 – Kurfürst Karl Ludwig bekräftigt nach Beschwerden des Stadtrats, der Bürgerschaft und des Oberamts die kurpfälzische Obrigkeit in Oppenheim.

1685 – Mit dem Wechsel zur katholischen Kurfürstenlinie Pfalz-Neuburg und dem Amtsantritt von Kurfürst Philipp Wilhelm wird die katholische Konfession bevorzugt.

1689 – Französische Truppen brennen Oppenheim nieder. Ein Teil der Bevölkerung lässt sich auf der anderen Rheinseite nieder und errichtet dort ein als Neu-Oppenheim bezeichnetes Hüttendorf.

1694 – Der französische General Mélac stellt Oppenheim gegen Bezahlung einen Schutzbrief aus.

1698 – Kurfürst Johann Wilhelm ordnet das Simultaneum an: Reformierte und Lutheraner müssen den Katholiken die Katharinen- und die Sebastianskirche zur Mitbenutzung überlassen.

1705 – In einer Religionsdeklaration werden alle drei Konfessionen gleichgestellt. Die Reformierten erhalten die Katharinenkirche, die Lutheraner die Sebastianskirche, die Katholiken die Bartholomäuskirche des Franziskanerklosters.

1746 – Auf Initiative der Englischen Fräulein in Mainz wird in Oppenheim eine katholische Mädchenschule gegründet.

1750 – Der Stadtrat wird auf Beschluss des Kurfürsten von zwölf auf sechs Mitglieder halbiert – jeweils zwei von jeder Konfession.

1784 – Nach einem verheerenden Hochwasser beginnt die Trockenlegung von Sümpfen und Wassergräben in der Rheinniederung.

1792 – Französische Revolutionstruppen besetzen Oppenheim.

1795 – Oppenheim gelangt unter österreichische Militärverwaltung.

1797 – Napoleon erhält die linksrheinische Kurpfalz, Oppenheim wird Sitz des Departements Mont Donnere (Donnersberg).

1803 – Das Franziskanerkloster wird mit der Säkularisierung aufgehoben, ebenso das Kloster Eberbach mit seinem Rathof in Oppenheim.

1814 – Bedrängt von russischen Truppen ziehen sich französische Truppen aus Oppenheim zurück. Die Stadt kommt unter österreichisch-bayerische Verwaltung.

1816 – Der nördliche Teil des ehemaligen Departements Mont Tonnere kommt zum Großherzogtum Hessen, darunter auch Oppenheim als Teil von Rheinhessen.

1817 – Das Oppenheimer Bürgertum gründet eine eigene Casinogesellschaft.

1822 – Die lutherische und die reformierte Kirche schließen sich zur vereinten evangelischen Kirche zusammen.

1822 – Der Apotheker Friedrich Koch beginnt mit der Entwicklung eines Verfahrens zur Erzeugung von Chinin als Mittel gegen Malaria und Fieber.

1837 – Die von der lutherischen Gemeinde nicht mehr benötigte Sebastianskirche wird abgerissen.

1852 – Oppenheim wird Kreisstadt des gleichnamigen Kreises.

1853 – Oppenheim erhält Anschluss an das Eisenbahnnetz.

1864 – Die jüdische Gemeinde weiht eine neu gebaute Synagoge ein.

1884 – Der 1841 in Oppenheim geborene Paul Wallot erlebt die Grundsteinlegung des nach seinem Entwurf gebauten Reichstags in Berlin.

1918 – Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs kommt Oppenheim unter französische Militärverwaltung.

1930 – Rheinhessen gelangt wieder an das Deutsche Reich.

1933 – Im Oppenheimer Stadtrat bekommt die NSDAP zusammen mit ihrem Koalitionspartner eine Mehrheit. Mindestens 28 Oppenheimer SPD- und KPD-Mitglieder werden in das Konzentrationslager Osthofen gebracht.

1938 – Im Novemberpogrom brennt die Synagoge vollständig aus. Jüdische Bewohner werden Ziel massiver Ausschreitungen. Insgesamt kommen 74 Oppenheimer Juden im Holocaust ums Leben. Mehr als 30 Stolpersteine erinnern heute an verfolgte und ermordete Juden in Oppenheim.

1945 – Amerikanische Truppen überqueren den Rhein bei Oppenheim, die US-Armee übernimmt die Verwaltung, bis Oppenheim Teil der französischen Zone wird.

1947 – Der SPD-Politiker Johann Benz wird bei den ersten freien Wahlen als Bürgermeister bestätigt.

1984 – Erstmals wird ein CDU-Kandidat, Norbert Becher, zum Bürgermeister gewählt.

2004 – Der SPD-Politiker Marcus Held wird mit 26 Jahren zum Stadtbürgermeister gewählt.

2014 – Oppenheim wird Sitz der neugegründeten Verbandsgemeinde Rhein-Selz mit Nierstein und Guntersblum.

2018 – Held tritt unter Betrugsvorwürfen zurück und wird drei Jahre später vom Landgericht Mainz zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

2019 – Die nach Protesten gegen Held gebildete Wählergruppe Wir für Oppenheim (WfO) wird bei der Kommunalwahl stärkste Fraktion im Stadtrat.

2021 – Neue Bürgermeisterin wird Silke Rautenberg von der Alternativen Liste.